Wissenswertes

Richtiger Einsatz von Feuerlöschern


Quelle: www.gloria.de

Gibt es einen Universal-Feuerlöscher?

Nein, denn ein Universalgerät müsste geeignet sein, Feuer aller › Brandklassen (A, B, C, D und F) wirksam zu bekämpfen. Bislang gibt es jedoch kein Universallöschmittel. Deshalb gilt es vor dem Kauf abzuwägen, welche Brände im eigenen Unternehmen oder Haushalt am ehesten eintreten können. Brände von Metallen (Brandklasse D) und Gasen (Brandklasse C) sind im Haushalt sehr unwahrscheinlich bzw. in der Bekämpfung grenzwertig  und sind in der Praxis nahezu auszuschließen. Verbleiben die Brandklassen A, B und F, die statistisch am häufigsten Entstehungsbrände verursachen. Bei Anwendung dieses Ausscheidungsverfahrens verbleiben für den Privathaushalt.

Fettbrandfeuerlöscher für die Brandklassen A, B und F

Bei diesen Geräten ist zu beachten, dass die Hauptlöschwirkung auf den Fettbrand ausgerichtet ist. Die Eignung für die Brandklassen A und B ist mit geringerer Leistung als Nebeneffekt gegeben und daher für den Privathaushalt eine angemessene Wahl.

  • Schaumfeuerlöscher für die Brandklassen A und B
  • Wasserlöscher für die Brandklasse A
  • Mit Abstrichen der Pulverfeuerlöscher für die Brandklassen A, B und C

Muss mein Wohnhaus/meine Wohnung mit einem Feuerlöscher ausgestattet sein?

Eine gesetzliche Verpflichtung besteht z.B. für Arbeitsstätten. Auch die Privatwohnung sollte bei Entstehungsbränden mit Feuerlöschern ausgestattet sein. Wer sich, seine Familie, sein Haustier oder lieb gewonnene, vielfach unersetzbare Gegenstände verantwortungsbewusst schützen will, sollte spätestens mit der Anschaffung von Rauchwarnmeldern auch Feuerlöscher und   Löschdecken berücksichtigen. Schadensminimierung ist immer richtig, insbesondere aber bei fahrlässig entstandenen Bränden, denn es geht um die Kostenübernahme durch die Hausrat- oder Gebäudeversicherung. Feuerlöscher und Löschdecke können zuverlässige Helfer bei Entstehungsbränden sein und größere Schäden vermeiden helfen. Beide  sind leicht und intuitiv zu bedienen. Zudem ist  die Bedienung in Bild und Text beschrieben.

Warum sind Pulverfeuerlöscher für den Privathaushalt eher ungeeignet?

Der unbestrittene Vorteil von Pulverfeuerlöschern ist die schlagartige Löschwirkung. Das ultrafeine Pulver wird dabei als „Wolke“ großflächig mit einem Druck von meist 15 bar ausgebracht. Das ist zugleich auch der gravierende Nachteil, weil eine beträchtliche Verschmutzung auch der Brandumgebung nicht zu vermeiden ist. Flüssiglöschmittel (Schaum-/Wasser-/Fettbrandfeuerlöscher) sind hier die wesentlich bessere Wahl, da eine dosierte und gezielte Brandbekämpfung die Verschmutzung auf ein Minimum reduzieren.

 

Auflade- oder Dauerdruckfeuerlöscher: Wo liegt der Unterschied?

Pulver-/Wasser-/Schaum- und Fettbrandfeuerlöscher sind im Handel meist in beiden Bauarten erhältlich. Was sind die Unterschiede?

Aufladefeuerlöscher

  • innenliegende CO2-Treibmittelflasche
  • wartungsfreundlich
  • schleichender Druckverlust so gut wie ausgeschlossen, da bei Nichtbetrieb nur die Treibmittelflasche (nicht der Feuerlöschbehälter!) unter Druck steht und diese nahezu hermetisch abgeriegelt ist
  • Komfortgerät, wahlweise mit einfacher Druckhebelarmatur oder mit Schlagknopf und Löschpistole erhältlich
  • insbesondere bei Pulverfeuerlöschern ist die Treibmittelflasche optimal, da das Pulver erst beim Einsatz durch das ausströmende CO2 im Behälter aufgewirbelt wird. Diese Technik sorgt für eine optimale Löschmittelausbringung. Das heißt, der komplette Inhalt eines 6-kg- Feuerlöschers steht für die Brandbekämpfung zur Verfügung.
  • Langfristig gesehen geringe Instandhaltungskosten, da die Instandhaltung weniger zeitintensiv ist.
  • nachhaltig und umweltorientiert durch lange Lebensdauer, kein Wegwerfprodukt
  • höhere Anschaffungskosten

Dauerdruck-Feuerlöscher

  • geringe Anschaffungskosten
  • sofortige Einsatzbereitschaft, da der Behälter ständig unter Druck steht
  • einfaches Gerät der Standardklasse mit Druckhebelventil, oft mit Manometer ausgestattet (ermöglicht jederzeit optische Druckkontrolle)
  • erfahrungsgemäß geringe Instandhaltungskosten nach zwei Jahren
  • Aufgrund der spätestens nach vier Jahren anfallenden, aufwändigen Behälterinnenprüfung kann eine Neuanschaffung dann wirtschaftlich günstiger sein.
  • Insbesondere nach einer nicht ordnungsgemäß durchgeführten Dichtigkeitskontrolle nach einer Behälterinnenprüfung kann ein schleichender Druckverlust nicht ausgeschlossen werden.
  • Sind Pulver-Dauerdruck-Feuerlöscher an Fahrzeugen montiert, sorgt der ständige Rütteleffekt für eine Verdichtung des Löschmittels. Im Ernstfall kann diese Pulververdichtung dazu führen, dass nicht der komplette Löschmittelinhalt für die Brandbekämpfung zur Verfügung steht.

Fazit

Ginge es allein um den Anschaffungspreis, würde die Wahl vermutlich auf den Dauerdruck-Feuerlöscher fallen. Werden jedoch Folgekosten und Nachhaltigkeit betrachtet, hat der Aufladefeuerlöscher klar die Nase vorn.

 

Besteht für Feuerlöscher eine Pflicht zur Wartung?

Gemäß § 4 Arbeitsstättenverordnung hat ein Arbeitgeber Feuerlöscheinrichtungen in Arbeitsstätten in regelmäßigen Abständen sachgerecht warten und auf ihre Funktionsfähigkeit prüfen zu lassen. Gemäß ASR A2.2 müssen Feuerlöscher zur Sicherstellung der Funktionsbereitschaft mindestens alle zwei Jahre durch einen Sachkundigen nach DIN 14406 Teil 4 geprüft werden, wobei in Ausnahmefällen kürzere Abstände gelten können. Im Privathaushalt sind Feuerlöscher nicht vorgeschrieben, daher kann herstellerseitig die zweijährige Prüfung nur empfohlen werden.

Wie werden Feuerlöscher richtig montiert?